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All der tägliche Frust und Schweiß der IT-Branche

Schlagwort: strom

Die Angst vor dem Blackout

Die Stromwirtschaft bringt ja immer gerne ihre Schauermärchen vom Deutschland im Dunkeln. Nur ihre Dinosaurier von Kraftwerken, sei es nun Kohle oder Atom, können die Menschheit im Stile von Superman retten. Und bei jedem kleinen Stromausfall wird am Stammtisch schon gewettert auf die erneuerbaren Energien, die Ökostrom-Umlagen und das früher ja alles besser war.

Früher, das war auch der Zeitpunkt an dem die Infrastruktur wie Kabel zum letzten male gewartet, verlegt und repariert wurden. Neuinvestitionen sind gerade nicht en vogue, man baut lieber schöne große Dinosaurier. Die Pflege der Netze ist im Bördenprospekt nicht gut zu vermarkten. Und daher kommen wie beim Ausfall in Bad Nauheim nur ganz leise die Gründe an das Tageslicht:

Als mutmaßliche Ursache waren damals Schäden an überalterten Kabeln ausgemacht worden

Also keine Überlast, kein Schatten auf dem Solarmodul oder ein Wanderfalke im Windrad geschreddert. Ganz einfache Überalterung, die uns in den nächsten Jahren immer mehr treffen wird. Das wird der Zeitpunkt sein, an dem die Stadtwerke zum Schnäppchenpreis die Netze wieder übernehmen werden, erst mal freudig erregt, danach Pleite wie Staatsbetriebe dann immer sind, wenn die Wirtschaft ihre Kosten sozialisiert hat.

Schade drum.

Strom billiger als gratis

Verkehrte Welt: da gibt es einen Tag an dem der Strom einen negativen Preis hatte? Wie krank ist das denn bitte?

In den Morgenstunden zwischen 6 und 8 Uhr lag der Strompreis am Spotmarkt sogar bei minus 20 Cent je Kilowattstunde.

Wetten dass ich bei der nächsten Abrechnung nichts von so Effekten merken werde? Da kommt doch eher eine Erhöhung, gerade wegen dieser Kosten der armen Kraftwerksbetreiber. Da kann ich diesen Kommentar verstehen:

… warnte die Deutsche Umwelthilfe bereits, man habe das Wetterleuchten eines Systemkonflikts erlebt, der sehr bald alltäglich wird, wenn nicht parallel zum Ausbau der erneuerbaren Energien nacheinander Atomkraftwerke und später Kohlekraftwerke vom Netz genommen werden.

Denn gerade Windkraft bringt auch mal gerne spontan eine Menge an Energie rein, die muß natürlich auch irgendwo zwischengelagert werden können. Speicherkraftwerke gehören da mal endlich ausgebaut und nicht wieder ein neues Kohlekraftwerk geplant. Letztens wurde es zwar doch gestoppt, aber nicht durch Vernunft, sondern wegen abspringender Investoren.

Schade drum.

Plätschern in der Steckdose

Ab heute rauscht es in der Stromleitung. Pünktlich zum Jahreswechsel wurde hier alles zu einhundert Prozent auf Ökostrom aus Wasserkraft umgestellt. Trotzdem lautet Sparen noch die beste Alternative.

Ob der Strom nun auch wirklich noch feucht im Elektron hier ankommt sieht man natürlich nicht. Aber ein wenig Vertrauen in der Betreiber muß man halt doch setzen. Und ob die sich nun untereinander nur Zertifikate hin- und herschieben und letzendlich hier doch Atomstrom ankommt, egal. Über alles zusammengerechnet wird es sich schon lohnen, besonders wenn mehr Leute bei sowas mitmachen.

Nicht zuletzt war der Wechsel in erster Linie vom Geld her bedingt. Wieso kann eigentlich Ökostrom billiger sein, als der lokale Energieversorger im klassischen, schmutzigen Modus? Ist hat Wirtschaft, muß mannicht verstehen als Techniker. Trotzdem:

Schön so.

Strom ist grün

Nach der letzten Post des zukünftig ehemaligen lokalen Stromanbieters mit einer freundlichen Mitteilung über eine Erhöhung von teilweise dreißig Prozent, hat mich nun doch auch das Wechselfieber erfasst. Den inneren Schweinehund besiegend mal zum Zähler im Keller geschlurft und den Verbrauch abgelesen. Den Zähler zu finden war leicht, einfach dem Lärm nach und den mit der heftigsten Umdrehung gesucht

Nun wird es zukünftig nicht nur günstiger, auch ist es zu hundert Prozent Ökostrom, wenn man der Verpackung glauben darf. Ob der Wechsel dann wirklich so problemlos gehen wird, kann hier demnächst gelesen werden.

Schön so.

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