IT-weblog

All der tägliche Frust und Schweiß der IT-Branche

Schlagwort: Datenschutz

Nur offline ist rechtssicher

Wenn man diesem Bericht bei heise Glauben schenken darf, dann wird die Blog-Landschaft sich lichten müssen. Anscheinend langt eine einzige Anzeige und schon wird eine Webseite auf Herz und Nieren sowas von Datenschutz-geprüft, das man nur noch abschalten kann. Was man alles braucht:

  • Datenverarbeitungsverfahrensbeschreibung für das Verfahrensregister beim Datenschutzbeauftragten
  • Vetrag mit Webhoster als „Auftragsdatenverarbeiter
  • Keine Übermittlung von personenbezogenen Daten an Google AdSense, an das Amazon-Partnerprogramm und sowie an INFOnline (IVW)

Ist das die neue Form der Zensur? Überleben so nur die großen Meinungswebsites mit mehr Juristen als Reportern? Der kleine Blog von nebenan wird so sicherlich vertrieben werden.

Schade drum.

Das Märchen vom digitalen Radiergummi

Wieder mal Thema: Das Verfallsdatum von Bildern im Internet.

Was früher ein schlechter Film und gute Sonne von alleine schafften, muß heute digital nachgebildet werden. Bilder sollen nach z.B. einem Jahr einfach im Internet verblassen. Und immer wieder gibt es ITler, die sich an dem Thema versuchen, die Zähne ausbeißen und höchstens theoretisch eine Lösung anbieten.

Und wenn auch nur einer einen Screenshot macht, ist die ganze Löschkette dahin. Wie billig darf denn eine Lösung noch aussehen? Jedenfalls das Bezahlmodell zum depublizieren der Bilder steht schon mal, auch wenn es nicht funktionieren wird.

Schade drum.

Nach Hause telefonieren

Der Film zur App war schon da, nun kommt die App zum Film. Immer mehr von den installierbaren Wundertools haben echte Probleme ihre Daten für sich zu behalten. Teilweise aus Unvermögen der Entwickler, andererseits auch absichtlich um Daten zu sammeln.

Was fehlt ist der Datenausweis, der von halbwegs kompetenter und neutraler Stelle aus die Geschwätzigkeit der Anwendung bewertet und einstuft. Die Entscheidung ob man die dann nutzen will, kann der Anwender dann ja immer noch selbst treffen.

Schön so.

Anonym gleich Terrorist

Das Leben kann ja so einfach sein, wenn man nur schwarz-weiß sehen kann.

… Verkauf anonymer SIM-Karten „missbräuchliches Verhalten, von belästigenden Telefonanrufen bis hin zur Vorbereitung terroristischer Handlungen, gefördert …

So die Lesart, wenn jemand nicht gleich alle möglichen Daten seiner Nutzer erfassen will. Das Recht auf Anonymität sollte ein Grundrecht werden. Aber bei der Einstellung wird es eher in die andere Richtung ausufern.

Übrigens: Telefonzellen – die Älteren unter uns werden sich erinnern – waren irgendwie auch anonym, zumindest wenn man kurz genug telefonierte und die Zelle nur jeweils einmal nutzte und da ist die Welt auch nicht von untergegangen.

Schade drum.

Datenschutz ist Täterschutz

Irgendwie hat die Webgemeinde den letzten Spruch der CDU/CSU übel genommen. Der Screenshot von Wahlgetwitter jedenfalls spricht Bände.

Wahlgetwitter vom 25.6.09 13:30

Wahlgetwitter vom 25.6.09 13:30

Fast schon schade, daß es bei der kommenden Wahl nicht ganz so deutlich ausgehen wird. Aber ich sollte schon mal den Antrag fürs Parteibuch ausdrucken gehen.

Schön so!

Nachruf auf den Datenschutz

Anscheinend sind ja umfassende Überprüfungen der Mitarbeiter inzwischen üblich und teilweise sogar Vorschrift, jedenfalls regt sich bald keiner mehr auf darüber. Wer was auf sich hält, steht unter Generalverdacht und ist damit zufrieden. Seltsame Einstellung.

Aber was sollte der letzte Patzer der Telekom eigentlich bewirken?

Bankverbindungen der Lieferanten seien zu Testzwecken mit den Lohn- und Gehaltskonten der Belegschaft verglichen worden

Was soll denn dabei herauskommen? Die privaten Konten der Mitarbeiter und die Firmenkonten der Lieferanten haben so ziemlich nie eine Übereinstimmung. Und wenn ich schon aktiv meine Firma übervorteilen möchte, dann habe ich doch gefälligst zwei Konten bei zwei Banken. So dämlich kann doch niemand sein.

Oder wurden in der Realität etwa doch nicht nur die Konten-Daten, sondern die Konten-Bewegungen überprüft? Dann hätte man Geldtransfers von Lieferanten zu Mitarbeitern durchaus finden können. Aber wie kommt die Telekom an Kontoauszüge? Das wäre dann wirklich eine Datenschutzlücke. Langt schon wenn der Staat die Daten alle einsehen kann.

Schade drum.

Penetrationstest bei Beate Uhse

Das wäre wohl im Vorfeld nötig gewesen, denn nun ist der Fall eingetreten:

Listen mit Tausenden E-Mail-Adressen abrufbar

Schlimmer gehts nimmer. Aber das hat wie immer auch sein gutes: Endlich sind die Bundesbürger mal pro Datenschutz und nehmen das Thema nicht immer so negativ auf. Datenschutz beim Porno-Versender ist noch immer ein gern gesehenes Feature.

Schön so.

Suche Gesundheit

Ich könnte schon manchmal den Glauben an den gesunden Menschenverstand verlieren. Und das Thema Datenschutz ist ja wohl nur noch im Museum zu finden, aber nicht in den Köpfen der meisten Menschen. Wer ist denn bitte so bescheuert und gibt seine Krankengeschichte komplett bei google ein? Auch wenn die alles erfüllen und versprechen was so Pflicht ist, was ist mit der Zukunft oder mit Lücken im System? Irgendwann kommt alles an Daten raus und mein Versicherer kündigt mir, wegen latentem Schnupfenrisiko. Also ich geb da doch nix ein.

Schade drum.

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