Archiv für die Kategorie „/dev/law“

Wenn man diesem Bericht bei heise Glauben schenken darf, dann wird die Blog-Landschaft sich lichten müssen. Anscheinend langt eine einzige Anzeige und schon wird eine Webseite auf Herz und Nieren sowas von Datenschutz-geprüft, das man nur noch abschalten kann. Was man alles braucht:

  • Datenverarbeitungsverfahrensbeschreibung für das Verfahrensregister beim Datenschutzbeauftragten
  • Vetrag mit Webhoster als “Auftragsdatenverarbeiter
  • Keine Übermittlung von personenbezogenen Daten an Google AdSense, an das Amazon-Partnerprogramm und sowie an INFOnline (IVW)

Ist das die neue Form der Zensur? Überleben so nur die großen Meinungswebsites mit mehr Juristen als Reportern? Der kleine Blog von nebenan wird so sicherlich vertrieben werden.

Schade drum.

Die Politik meint immer das Internet hat die Anonymität und die Pseudonyme erst erfunden, könnte man jedenfalls den Eindruck bekommen. Aber die Idee der Pseudonyme ist so alt wie der Buchdruck! Viele Autoren schreiben unter einem oder auch mehreren Identitäten. Das hat bislang niemanden gestört, im Gegenteil. Es schützt Autoren vor persönlichen Schäden und Repressalien, es kann bei unterschiedlichen Genre auch die wirtschaftliche Existenz sichern.

Daher gilt: Pseudonyme sind ein Abbild der Gesellschaft.

Schön so!

Was bitte hat denn da bei der Hamburger Morgenpost jemanden geritten?

Kommentare
Aus rechtlichen Gründen können wir Ihren Kommentar leider nur von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 Uhr bis 20 Uhr entgegennehmen. Wir bitten um Verständnis.

Man kann doch Kommentare rund um die Uhr entgegennehmen. Ein Freischalten würde ich ja noch zu Bürozeiten hinnehmen, aber gar keine Entgegennahme ist ja wohl das aller letzte.

Schade drum.

Klingt paradox, ist paradox. Warum sollte man sich mit einem nationalen Internet-Ausweis an irgend einem System anmelden müssen um seine Privatsphäre zu sichern? Auf so eine irrsinnige Idee muss man ja auch erst mal kommen.

… es keine Identitätskarte sein soll und auch keiner Regierungskontrolle unterliegen wird. Wir wollen lediglich die Sicherheit und die Privatsphäre im Netz verstärken

Und dann ist es auch noch freiwillig,nicht verpflichtend und nur gut gemeint. Also, man kann es auch einfach sein lassen.

Schade drum.

Erst lacht man, dann bleibt es einem im Halse stecken: IBM patentiert den Patentprozess!

Die sind ja schon mit Abstand die fleißigsten Patenteinreicher, aber das ist nun unanständig. Kleine Firmen können ohne Anwalt bald keinen klick mehr im Netz entwickeln. Könnte ja jemand schon in seinem Patente-Portfolio haben. Hoffentlich bricht dieses (Patent-)System restlos in sich zusammen, ich helfe auch gerne beim schubsen.

Schade drum.

Was haben sich die Scheichs da wieder in ihrer Sandkiste ausgedacht? Onlinemedien – also auch einfache Blogs – brauchen je eine eigene Genehmigung des Informations-Ministeriums. Und nicht genug damit, man muß auch noch eine höhere Schule abgeschlossen haben und einen guten Leumund besitzen. Also wohl nie was kritisches gesagt oder gar gedacht haben.

Am besten ist noch der Kommentar von Informationsminister Abdul Aziz Khoja: Er erklärte, die neuen Regeln enthielten keine Einschränkung der Redefreiheit. Ja nee, ‘is klar!

Schade drum.

Das klingt nach einem elektronischen Arnold Schwarzenegger den die Bundesregierung nun als Schutzpatron jedem Beamten auf seinem alten 486er stellen möchte.

Wenn man was sicher haben möchte, dann fängt das erst mal beim Verzicht an. Nämlich nicht alles erfassen und sammeln zu wollen, von wegen Vorratsdatenspeicherung, Zensus 2011, Kameraüberwachung, Diplomatentratsch.

Sollten danach noch Daten übrig sein, bitte nicht an den Kosten für einen zweiten PC sparen, der halt mal nicht am Internet hängt und an den nur nötiges Personal Zugriff hat. Aber das wäre ja zu einfach und klingt nicht so schön nach einer Quasi-Behörde. Das Internet-FBI Deutschlands halt.

Schade drum.

Na ist ja toll was die Bundesregierung da wieder loströtet:

Notwendig sei ein breiter Ansatz, der das gesamte Internet einbeziehe und sich nicht auf einzelne Teilaspekte beschränke, erklärte der Bundesinneminister zu einem Gesetzentwurf, der Persönlichkeitsrechte der Internet-Nutzer stärken soll. Das Internet solle aber als öffentlicher Raum “grundsätzlich frei von staatlichen Restriktionen sein”.

Natürlich gilt das nur für die Industrie. Der Staat darf natürlich trotzem filtern, Zensieren, behindern und schnüffeln ohne Grenzen. Sicherlich alles zu unserer eigenen Sicherheit.

Schade drum.

Mein Mitleid gegenüber Facebook hält sich in Grenzen, wenn ich diese typische Nachricht lesen muss:

Facebook verletzt angeblich Patente des Preisvergleichsdienstes Priceline. Dabei geht es um anonyme Nutzerkommunikation und die Rechteverwaltung bei der Veröffentlichung von persönlichen Informationen.

Denn nur einen Tag zuvor liest man Facebook selbst als Patentanmelder:

Das Online-Netzwerk Facebook hat das englische Wort “Face” (Gesicht) in den USA als Marke schützen lassen.

Also haben die mal schön beide Seiten der Medaille kennen gelernt. Letztendlich tauschen beide ihre Patentansprüche aus, die Anwälte verdienen sich wieder mal eine güldene Koksnase und der kleine Surfer, Blogger oder Freewareentwickler bibbert weiter im Rechtsfreien Raum Patentrecht.

Schade drum!

Wenn der Markt sich selbst regelt, dann läuft es in vielen Fällen irgendwann schief. Auch in Sachen Netzneutralität. Denn was da so schön klingt wie Qualitätsklassen, Priorität und Neue Anwendungen, das bedeutet für die anderen Daten allerdings niedrige Prio und eher schlecht garantierte Erreichbarkeit. So klingt das aber schon wieder weniger gut. Sollten sich irgendwann nur noch große Websites eine Erreichbarkeit leisten können? Landen wir wieder bei zentraler Inhaltsversorgung wie beim TV, Presse, Rundfunk, BTX?

Schade drum.

Archiv