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All der tägliche Frust und Schweiß der IT-Branche

Die Mär vom bösen PGP-Nutzer

Und da sind sie wieder, die typisch deutschen Schubladen im Denken. Wer Verschlüsselungstechniken anwendet, kann ja nur kriminell sein; ergo: Wer PGP nutzt ist sicher ein Kinderschänder. Also weg damit. Wie steht bei heise: Die Polizei müsse „an die Daten rankommen, wenn ein konkreter Verdacht für eine Straftat vorliegt“. Zudem brauchten die Internet-Fahnder Möglichkeiten, „um Verschlüsselungstechniken zu knacken, mit denen sich Privatnutzer vor Ausspähungen schützen“. Und trotzdem wird jede private eMail an besondere Kontakte weiterhin PGP verschlüsselt. Ich schicke ja auch noch Briefe und keine Postkarten. Datenschutz? Privacy?
Schade drum.


Definition von Mär: die; -, -en, (seltener:) Märe, die; -, -n (geh., oft iron. od. scherzh.): Erzählung, seltsame Geschichte, unglaubwürdig

2 Kommentare

  1. Und passend dazu nun dieser Beitrag auf heise:

    Nach einem britischen Bericht soll durch das Internet nicht nur die Verbreitung von Kinderpornografie enorm zugenommen haben, sondern auch der Kindesmissbrauch

    Nach einem Bericht, der von der NCH, einer britischen Kinderhilfsorganisation, in Auftrag gegeben wurde, ist das Internet die Ursache für einen angeblichen gewaltigen Anstieg an Straftaten, die mit Kinderpornografie zu tun haben. Das Internet habe Pädophilen neue Möglichkeiten gegeben, an Kinder heranzukomen und sie zu missbrauchen, aber auch leicht große Mengen an Kinderpornografie zu erhalten.

  2. Die Nutzung einer elektronischen Signatur sowie die Verwendung von Verschlüsselungstechniken sollte eigentlich für weite Teile der sich im Internet tummelnden Bevölkerung eine Selbstverständlichkeit sein – aus den oben bereits genannten Gründen Datenschutz und Privacy, aber auch zum Schutz der eigenen Person im allgemeinen Rechtsverkehr (etwa vor Missbrauch persönlicher Daten für fremde Online-Bestellungen etc pp).

    Auch Mobiltelefone galten schließlich eine Zeitlang als das „Telefon der Wahl“ des Kriminellen (fehlende Möglichkeit des Abhörens und/oder der persönlichen Zuordnung) – solange, bis die Nutzung eines Handys zur Selbstverständlichkeit in der Bevölkerung wurde.

    Das die Fahnder nun nach dem Universalwerkzeug des präventiven Zugangs zu einer Art Generalschlüssel rufen ist letztlich nur eine Wiederholung früherer Verhaltensmuster: Anstatt die bestehenden (und z.T. bereits sehr bedenklichen) Ermittlungsmethoden hinreichend zu nutzen und zunächst einmal selbst saubere Arbeit abzuliefern, ist die große Keule natürlich immer der einfachere Weg – siehe bereits die Entwicklung im Bereich der Telefonüberwachung bzw. des großen Lauschangriffs und der DNA-Analyse.

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